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Ist dieses Jahr ein weiterer Esther-Moment?


Tikkun Global

Jerusalem, Israel



Während wir uns Purim nähern, steigt eine leise Frage in meinem Herzen auf: Leben wir in einem weiteren Esther-Moment?

 

Das Buch Esther gehört zu den faszinierendsten Büchern der Heiligen Schrift. Der Name Gottes (JHWH) wird kein einziges Mal erwähnt – ebenso wenig das allgemeine Wort für „Gott“ oder „Götter“ (Elohim). Kein einziges Mal! Abgesehen vom Hohelied gibt es kein weiteres Buch in der gesamten Bibel, von dem man das sagen kann.

Oberflächlich betrachtet liest sich die Geschichte wie ein antikes politisches Drama voller königlicher Bankette.

 

Gottes Name (JHWH) wird nicht erwähnt.
Und auch das Wort „Gott“ (Elohim) taucht nicht auf.
 Kein einziges Mal.

Von außen wirkt die Erzählung wie ein politisches Schauspiel – königliche Feste, Machtkämpfe, schlaflose Nächte, strategische Gespräche.

Für die zuschauende Welt geschieht nichts Übernatürliches.

 

Und doch wussten die Juden es besser.

 

Sie fasteten. Sie beteten. Sie erkannten den besonderen Zeitpunkt.

 

Was wie Zufall erschien, war göttliche Vorsehung.
Was wie Palastpolitik wirkte, war in Wirklichkeit Bundestreue, die sich hinter den Kulissen entfaltete.

 

Mordechais Worte klingen bis heute nach:
„Wenn du in dieser Stunde schweigst, wird den Juden von anderswo her Hilfe und Rettung kommen. “ (Esther 4,14, Gute Nachricht Bibel).

 

Gottes Name mag in der Schriftrolle nicht genannt worden sein – doch im Ausgang der Ereignisse war Er unübersehbar gegenwärtig.

 

Seit dem 22. Januar beten wir – ein Überrest in Israel – gemeinsam mit vielen von euch auf der ganzen Welt für einen Durchbruch im Iran. Nicht aus Angst. Nicht aus politischer Ideologie. Sondern aus der gemeinsamen Überzeugung heraus, dass Gott in die Geschichte eingreift, selbst wenn Seine Hand nicht sichtbar ist.

 

Wir glauben an Erschütterung. An Offenlegung. An Rettung. An Freiheit.

Wenn der Durchbruch kommt, wird die Welt ihn geopolitisch deuten. Experten werden von Strategien sprechen, von innerem Druck, von wirtschaftlichen Faktoren und Diplomatie. Alles wird erklärbar erscheinen.

Doch wenn die Wende eintritt, werden wir sie als Antwort auf treues, beharrliches Gebet erkennen – dargebracht lange bevor sich die Schlagzeilen änderten.

 

„Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat!“ (Psalm 121,2)

 

Purim lehrt uns, dass Gott oft auf eine Weise wirkt, bei der die Geschichte die sichtbare Handlung trägt, während der Himmel die unsichtbare schreibt.

Es ist nicht immer ein geteiltes Meer.
Nicht immer Feuer vom Himmel.
Manchmal ist es ein König, der nicht schlafen kann.
Ein Dokument, das im richtigen Moment gelesen wird.
Eine mutige Stimme bei einem Bankett.

 

„Menschen haben den Kopf voller Pläne, doch nur der Beschluss des HERRN wird ausgeführt.“ (Sprüche 19,21)

In Esthers Tagen schien der Vernichtungsbefehl endgültig. Und doch wendete sich alles. Was zum Schaden gedacht war, wurde zu einer Geschichte der Umkehr.

Das ist der Geist von Purim – verborgene Intervention, die zu sichtbarer Veränderung führt.

Wir behaupten nicht zu wissen, wie Gott in dieser Stunde handeln wird. Aber wir kennen Seinen Charakter. Wir kennen Seinen Bund. Wir wissen: Wenn Sein Volk sich demütigt und betet, hört Er.

 

„Der HERR behält die ganze Erde im Auge, damit er denen beistehen kann, die ihm mit ungeteiltem Herzen vertrauen.“ (2. Chronik 16,9)

 

Wenn dies ein weiterer Esther-Moment ist, mag die öffentliche Geschichte rein politisch erscheinen. Doch unter der sichtbaren Oberfläche der Ereignisse werden wir etwas Tieferes wahrnehmen.

Wir werden die Hand Gottes erkennen.
Und Ihm die Ehre geben.

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