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Theologie, geistlicher Kampf und Gehorsam

  • Writer: Asher Intrater
    Asher Intrater
  • 3 days ago
  • 3 min read

Theologie, geistlicher Kampf und Gehorsam

Tikkun Global

 Jerusalem, Israel

Von Asher Intrater



Oft benutze ich das Wort „Theologie“ in einem eher abwertenden Sinn: als Bezeichnung für irrelevante religiöse oder philosophische Gedankenspiele, die keinen wirklichen Einfluss auf das Leben und den Glauben eines Menschen haben. In diesem Fall jedoch meine ich Theologie im bestmöglichen Sinne: als klare, an Gottes Wort ausgerichtete Lehre, die sich relevanten Fragen systematisch und logisch stellt. In den neutestamentlichen Schriften ist Theologie nichts anderes als solide, gut begründete Bibellehre.

 

Diese Theologie bzw. klare biblische Lehre steht in engem Zusammenhang mit geistlichem Kampf. Geistlicher Kampf wird oft mit inneren persönlichen Auseinandersetzungen im Fürbittegebet oder mit Glaubensproklamationen gegen dämonische Mächte verbunden. Das ist richtig, doch es gibt einen weiteren wichtigen Aspekt, der oft übersehen wird: die öffentliche Verkündigung und Lehre des Wortes Gottes.

 

2. Korinther 10,4–5

„Die Waffen, mit denen wir unseren Kampf führen, sind nicht die Waffen dieser Welt. Es sind Waffen von durchschlagender Kraft, die dazu dienen, im Einsatz für Gott feindliche Festungen zu zerstören. Mit diesen Waffen bringen wir eigenmächtige Gedankengebäude zum Einsturz und reißen allen menschlichen Hochmut nieder, der sich gegen die wahre Gotteserkenntnis auflehnt. Das ganze selbstherrliche Denken nehmen wir gefangen, damit es Christus gehorsam wird.“ (NGÜ)

 

Wenn davon die Rede ist, jeden Gedanken gefangen zu nehmen, geht es natürlich auch um persönliche Disziplin im Umgang mit unserem eigenen Denken. Doch hier ist ebenso vom „Niederreißen von Gedankengebäuden“ die Rede. Gemeint ist damit eine ganze Denkweise, ein Mindset – also ein System falscher Überzeugungen, das in einer Gesellschaft weit verbreitet ist.

Solche Denksysteme finden sich in falschen Religionen, im Humanismus, in säkularen Weltanschauungen, in philosophischen, psychologischen oder politischen Ideologien. Sie können Tausende, ja sogar Millionen von Menschen in Gefangenschaft halten.

 

Diese Festungen und Gedankengebäude können aber auch aus weit verbreiteten Irrtümern in Theologie und Bibelauslegung innerhalb der Gemeinde bestehen. Wenn große Gruppen aufrichtiger Gläubiger die Bibel innerhalb eines falschen theologischen Rahmens lesen und gelehrt bekommen, können sie getäuscht, geschwächt oder vom Feind in geistliche Gefangenschaft geführt werden.

 

Ein wesentlicher Teil unseres geistlichen Kampfes besteht daher darin, die Bibel öffentlich und korrekt zu lehren, um Denkstrukturen zu zerstören, die Menschen in Bindung halten. Die Denkweisen dieser Welt stehen im Widerspruch zum Gehorsam gegenüber Jeschua. Richtige Lehre legt das Fundament für Glauben und Gehorsam.

Ein Schlüsselbegriff in diesem Zusammenhang ist „Gehorsam“. Die Lehren der Bibel sind nicht spekulativ oder theoretisch. Sie stellen vielmehr eine unmittelbare Aufforderung an den Hörer dar, in Gehorsam zu treten. Ein Kennzeichen gesunder Lehre ist, dass sie uns in den Gehorsam des Glaubens führt. Ein Kennzeichen falscher Lehre ist dagegen, dass sie den Menschen vom Gehorsam des Glaubens wegführt.

 

Verführende Geister fördern eine Theologie, die nicht auf Gehorsam ausgerichtet ist. Unser geistlicher Kampf besteht darin, Theologie und biblische Lehre zurückzuführen zu dem Gehorsam gegenüber dem Messias, der am Kreuz sichtbar geworden ist.

 

Korrekte biblische Lehre ist daher immer auch „korrigierend“ gegenüber weit verbreitetem falschem Denken. Bibellehre, die Täuschungen aufdeckt und berichtigt, ist eine Form geistlichen Kampfes. Der Lehrer reißt dabei falsche Gedankengebäude nieder, die sich gegen die Erkenntnis Gottes erheben.

 

Zum Schluss noch ein Wort zum persönlichen Denken: Wenn jemand mit ungöttlichen Gedanken kämpft, hängen diese meist eng mit seinen Gefühlen zusammen. Doch wie kann man Gedanken einfach „gefangen nehmen“? Und wie kann man Gefühle überwinden?

Die Antwort liegt erneut im Wort „Gehorsam“.

 

Gehorsam ist nicht von Gefühlen abhängig. Wenn ich auf Gehorsam ausgerichtet bin, stört es mich nicht, dass meine Gefühle vielleicht in eine andere Richtung gehen. Ich richte meine Gedanken auf den Gehorsam aus. Ich löse mich von Gedanken, die erst durch Gefühle bestätigt werden müssen, und wende mich Gedanken zu, die durch die feste Entscheidung gestärkt werden, Gott zu gehorchen – unabhängig von meinen Gefühlen. So gewinne ich im geistlichen Kampf: indem sich meine Gedanken von den Gefühlen weg und hin zum Gehorsam wenden.

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